Was ist DBT?

Die Dialektisch -Behaviorale Therapie (DBT) wurde von Marsha M. Linehan ursprünglich für die ambulante Behandlung chronisch suizidaler Borderline -Patientinnen entwickelt. Die Überlegenheit der DBT gegenüber herkömmlichen und unspezifischen Behandlungsmethoden kann durch mehrere randomisierte und kontrollierte Studien belegt werden und gilt als das empirisch am besten gesicherte Konzept zur Behandlung der Borderline-Störung. Mit der Dialektisch-Behavioralen Therapie liegt ein richtungsweisendes Konzept vor, das durch seine dynamisch hierarchisierende Behandlungsstrukturen sowohl die notwendigen professionellen Hilfestellungen als auch die wechselnden psychischen und sozialen Bedingungen von Betroffenen berücksichtigt, ohne die Orientierung im therapeutischen Prozess zu verlieren. Um den Anforderungen einer störungsspezifischen Behandlung gerecht zu werden, werden sowohl neurobiologische, psychologische als auch soziale Faktoren für die Theorieentwicklung herangezogen.Die DBT beinhaltet eine Vielzahl von Strategien und Techniken aus verschiedenen Therapieschulen, die teilweise aus heterogenen Richtungen stammen, sowie fernöstliche Meditationstechniken. Die Wirksamkeit dieser meditativen Techniken konnte 1994 von Kabat-Zinn nachgewiesen werden . Ebenso zählen Kontingenz-Management, Expositionstraining, Problemlösung, kognitive Umstrukturierung und die Bereiche des Skills-Trainings zu den empirisch abgesicherten kognitiven und verhaltenstherapeutischen Standardtechniken. Neben dieser breiten Palette verhaltenstherapeutischer Behandlungsinterventionen bilden Elemente von humanistischen und körperorientierten Therapieformen, der Gestalttherapie, Hypnotherapie sowie Betrachtungsweisen und Übungen aus dem Zen-Buddhismus die Grundlagen der DBT. Die verschiedenen Techniken und Behandlungsstrategien wurden unter Berücksichtigung der störungsspezifischen Anforderungen modifiziert und adaptiert. Dadurch unterscheidet sich die DBT von den herkömmlichen Therapieverfahren und weist eigenständige Charakteristika auf. In diesem Sinne ist die DBT als eine Werkstatt (factory) zu sehen, die ständig bestrebt ist, neues Wissen in bestehende Methoden zu integrieren und diese weiterzuentwickeln. Sie versteht sich aber auch als ein Netzwerk, das sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting für eine strukturierte Kooperation konzipiert ist.

Was ist Skills-Training?

Das Skills- Training( Fertigkeitentraining) in seiner erweiterten Form ist ein störungsspezifisches Behandlungsprogramm für PatientInnen mit Borderline- Störung und Posttraumatischer Belastungsstörung. Es basiert auf den Elementen der Dialektisch- Behavioralen Therapie (DBT) von Marsha M. Linehan. Das Konzept beinhaltet eine Vielzahl von Strategien und Techniken verschiedener Therapierichtungen, wie z.B. der Gestalttherapie, Verhaltenstherapie, körperorientierter Therapieformen, Hypnotherapie, fernöstliche Meditationstechniken (ZEN) u.a.m. Im Skills- Training liegt die Betonung einerseits im Erwerb bestimmter Fertigkeiten, um Defizite auszugleichen bzw. Stabilität zu erlangen, andererseits bereits vorhandene Fertigkeiten und Ressourcen zu aktivieren und anzuwenden. Das Training im herkömmlichen Sinn dient u.a. der Vermittlung von Skills, die helfen, belastende Verhaltens-, Gefühls- und Denkmuster zu verändern. Wirksame Strategien und Techniken werden in den Modulen Achtsamkeit, Emotionsregulation, Stresstoleranz und Zwischenmenschliche Skills beschrieben. Spezielle Methoden zur Aufmerksamkeitsfokussierung, Emotionsregulation, Spannungsregulation und Umgang mit Schmerz und Dissoziation werden als störungsspezifische Behandlungsform, unter Berücksichtigung der jeweiligen Anforderungen, erarbeitet und trainiert.